- Kurzgeschichte zum Entstehen des Absolventenvereins:
2004 nahm ich zum ersten Mal an einem Treffen unseres Maturantenjahrgangs 1964 teil. Mehr durch Zufall erreichte mich eine Schulkollegin und daraus wurde eine Einladung nach Stainz, wo sich beide Klassen trafen. Da von unserer b-Klasse nur wenige anwesend waren, verabredeten wir uns ein weiteres Mal in Knittelfeld. Beide Male vermisste ich einen Besuch in der Schule, den ich Anfang 2005 nachholte. Mit großem Vergnügen schlenderte ich durch die Gänge, genoss die Erinnerung im Treppenhaus, das ich fast ausnahmslos jeden Morgen hoch stürmte, in der Hoffnung, den Professor noch vor der Klassenzimmertür zu überholen. Mit Amüsement stöberte ich in den Klassenbüchern, die mir die überaus freundliche Mitarbeiterin im Sekretariat, Frau Perschl, aus dem Archiv holte. Meine disziplinarischen Entgleisungen nachvollziehend, die Gottlob sich meiner Erinnerung zum guten Teil mittlerweile entzogen hatten, wurde mir klar, dass bei allen, durchwachsenen Erinnerungen die Schule doch einen essentiellen, prägenden Bestandteil meines Lebens bedeutet.
Als ich da so sichtlich amüsiert saß, kam Herr Dirketor Kassal vorbei, sah wohl mein vergnügtes Gesicht und lud mich zu einem Gespräch in sein Direktionszimmer. Er erzählte mir, dass er erst seit 2 Jahren in Knittelfeld sei und es ihn überrasche, dass ein so renommiertes Gymnasium, das gerade erst sein 100-jähriges Jubiläum begangen habe, über keinen Absolventenverein verfüge. Seines Wissens nach wären mehrere Gründungsversuche gescheitert.
Da ich zu dieser Zeit aus persönlichen Gründen beschloss, einige Zeit in der Steiermark zu verbringen und Zeit für private Belange aufbringen konnte, beschloss ich nach kurzem Überlegen, Herrn Direktor Kassal das Angebot zu unterbreiten, einen weiteren Versuch zu wagen. Mein Zeitfond war von Anfang April bis Ende September limitiert Makulatur, wie sich herausstellte. Unerwartete Widerstände, begrenzte finanzielle Mittel und das nicht mehr gekannte, österreich-typische Gemüt führten dazu, dass meine sämtlichen Zeitvorgaben über den Haufen geworfen wurden. Da mich auch nach vielen Jahren im Ausland die angeblich auch typisch steirische Sturheit prägt, man kann es wohlwollend vielleicht auch als Nachhaltigkeit bezeichnen, war mir klar, dass ich das baby so lange säugen werde, bis es ein lebensfähiges Kind daraus wird. Nun ist es fast geschafft, auch wenn, wie in allen Lebenslagen, immer wieder unerwartete Hindernisse auftauchen. Zudem hat sich in Zusammenwirken mit Herrn Direktor Kassal ein überzeugendes Projekt entwickelt, für das allein es sich lohnt, weiterzumachen, nämlich ein Chinesischkurs, der auch für Nichtschüler zugänglich sein wird. Wichtig für meinen Durchhaltewillen ist auch das starke Engagement seitens der Schülervertretung, die erkannt hat, dass der Vereinsgedanke nicht als Selbstzweck gesehen wird, sondern sich als Ergänzung zu bereits bestehenden, wertvollen Einrichtungen, wie den Elternverein und den KUBUS versteht.
Heinz Hirschl
- Eintragung in das Vereinsregister der BH Kfd. am 25. Mai 2006
- Erstmalige Überreichung des Abzeichens an die Maturantinnen und Maturanten des Jahrgangs 2007 am 29.06.2007.
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